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Tigers – Leverkusen

Zusammenfassung

  1. Viertel: Angeführt von Roland Nyama, der das erste Viertel mit elf Punkten wieder einmal offensiv dominiert starten die Tigers überzeugend in ihr letztes Saisonspiel. Nach fünf Minuten teils sehr ansehnlichen Offensivspiels führen die Gastgeber mit 14:7. Die zweite Hälfte des Viertel gehört hingegen den Leverkusenern, die von der jetzt schwächeren Defensive der Tigers profitieren, aufholen können und sich zum Viertelende dank eines unnötigen Tigers-Ballverlusts kombiniert mit einem noch vermeidbareren Foul der Tigers beim Dreier zur Viertelsirene sogar eine glückliche 26:27-Führung erspielen.
  2. Viertel: Im zweiten Spielabschnitt beginnen die Tigers defensiv weiter schwach, fangen sich einen 2:6-Lauf und sind in der 13. Minute beim Stand von 28:33 zur Auszeit gezwungen. In der Folge können sich die Tübinger defensiv etwas stabilisieren und die Bayer Giants effektiver am Punkten hindern, müssen aber für jeden eigenen Punkt hart arbeiten. Zur Viertelmitte können sich die Tigers so auf 33:37 herankämpfen, vor allem aufgrund der überragenden Leverkusener Dreierquote ist an einen Führungswechsel aber nicht zu denken. Erst Jekabs Beck, der in der 18. Minute im Alleingang einen schnellen 5:0-Run hinlegt und so auf 40:43 verkürzt kann das Momentum auf die Tübinger Seite bringen und die Bayer Giants zur Auszeit zwingen. Diese zeigt jedoch wenig Wirkung und die Tigers gehen abermals mit einem Rückstand von nur einem Punkt (42:43) in die nächste Pause.
  3. Viertel: In einer weiterhin sehr engen Partie können die Tübinger in der 23. Minute durch Timo Lanmüller den Ausgleich erzielen und mit einem absoluten Statement-Dunk von Elias Valtonen eine Minute später sogar in Führung gehen (49:47). Davon lassen sich die Gäste alleridngs nicht einschüchtern und es geht in Folge munter hin und her zwischen den beiden Teams, die ihre jeweiligen Runs immer wieder kontern können. Zum Abschluss der Periode können die Gäste einen kleinen Vorsprung von 61:65 erspielen, der aber wenig aussagekräftig erscheint.
  4. Viertel: Wie im letzten Spiel gegen Bremerhaven lässt Danny Jansson seine Mannschaft im Schlussviertel eine 1-3-1-Zone spielen, die im Gegensatz zur letzten Woche allerdings nur wenig Erfolg zeigt. Die Bayer Giants können die Zonenverteidigung der Tübinger souverän von der Dreierlinie bestrafen und liegen nach einem 9:0-Zwischenspurt in der 34. Minute auf einmal mit 68:78 in Front. Nun ist eine Reaktion der Tigers gefragt, die die Mannschaft tatsächlich liefern kann. Die Zonenverteidigung wird aufgegeben und Daniel Keppeler dreht in der Schlussphase offensiv auf, erzielt 10 Punkte in den letzten sechs Minuten und sorgt so beinahe im Alleingang für eine Tübinger Aufholjagd. Damit ist die Basis für ein erfolgreiches Comeback gelegt, zweieinhalb Minuten vor Ende liegen die Raubkatzen nur noch mit zwei Punkten zurück (78:80) und haben so alles in der Hand. Dennis Heinzmann, der Leverkusener Center-Hüne, vereitelt jedoch die Tigers-Träume auf einen Sieg zum Saisonabschluss mit zwei Offensivrebounds und daraus resultierenden einfachen vier Punkten in der letzten Minute. Am Ende einer unterhaltsamen und knappen Partie steht so ein unglückliches 84:88-Endergebnis zu Buche.

Viewers‘ Guide für den Relive-Genuss

  1. Viertel: Masochismus-Rating 4/10. Die Tigers wirken motiviert und fit zu Beginn ihres letzten Heimspiels und bieten den Zuschauer:innen eine ansehnliche und muntere Partie. Offensiv darf schönes Passspiel bewundert werden, das zu einer 63-prozentigen Feldwurfquote führt. Gelegentliche Aussetzer wie die, mit Verlaub, strunzdumme Sequenz zum Viertelende verhindern allerdings ein besseres Rating.
  2. Viertel: Masochismus-Rating 4/10. Beide Mannschaften kühlen im zweiten Viertel offensiv etwas ab, erzielen jeweils nur 16 Punkte. Trotzdem ist die Partie weiterhin recht ansehnlich und intensiv. Auf Leverkusener Seite gibt es eine starke Dreierquote von 67 Prozent zu bewundern und auch die Tigers können immer wieder einige Highlights einstreuen.
  3. Viertel: Masochismus-Rating 2/10. Nach der Halbzeitpause steigt der Unterhaltungswert der Partie noch weiter, das Spiel ist ausgeglichen, intensiv und beide Seiten geizen nicht mit attraktiven Aktionen. Wie im gesamten Spiel schon macht auf der Tigers-Seite vor allem das gute Ball-Movement Spaß.
  4. Viertel: Masochismus-Rating 2/10, bzw. für Menschen, die Wert auf das Ergebnis legen 5/10. Das letzte Viertel liefert eigentlich alles, was man sich als Fan wünschen könnte: starke Runs, defensive Intensität, offensive Highlights und eine spannende Schlussphase. Schade nur, dass die Tigers das schlechtere Ende für sich haben.

Woran hat es gelegen?

An den beiden Offensivrebounds, die Dennis Heinzmann in der letzten Minute einsammeln und zu einfachen Punkten machen konnte. Ohne diese beiden Putbacks hätten die Leverkusener keinerlei Offensivproduktion in der letzten Minute gehabt, die Tigers sich für ihre starke Defense belohnen können und das Spiel so vermutlich für sich entschieden. So lief aber doch alles anders, da die Tübinger Big Men den Leverkusener Koloss in der entscheidenden Phase am offensiven Brett nicht unter Kontrolle bekommen konnten.

Das Spiel in einem Video

https://www.youtube.com/watch?v=0ICBi-ku-G0

Ungefähr so habe ich das körperliche Kräfteverhältnis zwischen Dennis Heinzmann und den Tigers-Centern wahrgenommen. Ich bin beruhigt , dass Jekabs Beck sich zurückhalten konnte und Heinzmann nicht mit dem Spielball abgeworfen hat, hätte diese Reaktion aber durchaus nachvollziehen können.

Sadist des Tages

Hier kommt niemand anders in Frage als Dennis Heinzmann, der die Tigers schon in der ersten Halbzeit mit zwei krachenden Dunks blamierte und so seine physische Dominanz unter Beweis stellte. Im weiteren Spielverlauf blockte der 2,16m große und 120 Kilogramm schwere Koloss vier Tübinger Würfe, ließ sich viel zu leicht von Jekabs Beck beim Boxout zu Boden schmeißen, verfehlte alle seine fünf Freiwurfversuche und entschied am Ende das Spiel mit seinen Offensivrebounds. Zehn Punkte, fünf Rebounds und vier Blocks stehen nach Spielende für Heinzmann zu Buche, was solide Statistiken sind. Ausschlaggebend für den Sadisten-Titel ist aber die Art und Weise, auf die diese Statistiken erzielt wurden: demütigend, brachial und einzig durch körperliche Dominanz.

Lichtblick des Tages

Jekabs Beck. Im letzten Saisonspiel lieferte der junge Big Man der Tigers seine mit Abstand beste Offensivleistung ab: 13 Punkte bei 71% Trefferquote aus dem Feld lieferte Beck in 24 Minuten Einsatzzeit ab. Noch vor zehn Spieltagen wäre das nicht denkbar gewesen, damals war (zumindest meiner Meinung nach) dem Youngster seine Unsicherheit vor allem beim Abschluss in Korbnähe doch immer wieder anzumerken. Gegen Leverkusen hingegen verwandelte er seine Würfe unter dem Korb mehr als souverän und streute sogar einen Dreier ein. Umso mehr freut mich diese Performance vor dem Hintergrund, dass Beck nächste Saison auch noch für die Tigers unter Vertrag steht. Wenn er 2021/22 offensiv ähnlich selbstbewusst auftreten kann und weiter lernt, seinen jetzt schon starken Körper effektiv zu nutzen, kann er für die Tigers zu einer wichtigen Stütze unter dem Korb werden.

Statistik des Tages

27 Assists verteilten die Tigers über den gesamten Spielverlauf, was nochmal deutlich über dem ohnehin schon exzellenten Durchschnittswert von 19,6 pro Spiel liegt (mit dem die Tigers sich ligaweit auf dem zweiten Platz befinden). Derart gutes Zusammenspiel erfreut nicht nur Zuschauer:innen, sondern hat es den Tigers auch erlaubt, trotz des Ausfalls zwei ihrer drei besten Scorern die Partie wieder einmal eng zu gestalten.
Warum es am Ende trotzdem nicht für den Sieg reichte, kann man zu einem großen Teil an einer anderen Statistik festmachen: mit 26:39 haben die Tigers das Reboundduell gegen die Giants verloren. Vor diesem Hintergrund ist es umso beeindruckender, wie knapp die Tigers die Partie gestalten konnten – wobei es dann auch genau diese Reboundschwäche war, die in der letzten Minute den entscheidenden Ausschlag gab.

Schmankerl des Tages

Zum Saisonabschluss haben beide Teams an der Schmankerl-Front noch einmal ein wahres Feuerwerk abgebrannt, so dass es sehr schwer fällt, sich hier einzuschränken.

Einzig allein der Schmankerl-Platz Nummer eins ist klar vergeben und geht an Elias Valtonen für seinen Posterdunk im dritten Viertel bei 6:18 auf der Uhr. Die Entschlossenheit und Athletik, mit der der finnische Rookie die gegnerische Verteidigung attackierte, macht diesen Dunk fast zu meinem Tigers-Highlight der Saison. Der andere Kandidat für diesen Award ist der Alley-Oop-Dunk von Isaiah Crawley aus dem Einwurf hinaus, der im Hinspiel gegen Leverkusen bestaunt werden durfte – eine endgültige Entscheidung steht hier noch aus.

Platz zwei geht ausnahmsweise an einen Gegenspieler der Tigers: die beiden Dunks der ersten Halbzeit von Dennis Heinzmann (bei 3:30 im ersten Viertel und 9:25 im zweiten Viertel) waren derart heftig, dass sie hier noch einmal empfohlen werden müssen.

Da in dieser Rubrik nicht nur Dunks gewürdigt werden sollten, geht der dritte Platz etwas willkürlich an den schicken No-Look-Pass von Elias Valtonen, den Jekabs Beck im dritten Viertel bei 8:55 auf der Uhr zu einfachen Punkten machen konnte.

Jugendspieler-Watch

Gegen Leverkusen durften wie schon gegen Quakenbrück fünf Jugendspieler der Tigers Spielzeit sammeln: Timo Fischer mit 04:50 Minuten, Jekbas Beck mit 24:11 Minuten, Lucas Schiebelhut mit 05:47 Minuten, Elias Valtonen mit 34:48 Minuten und Timo Lanmüller mit 31:02 Minuten. Insgesamt gingen so 100:38 Minuten Einsatzzeit an Spieler, die unter das Nachwuchslabel der ProA fallen – also etwas mehr als 50 Prozent der verfügbaren Spielminuten. Damit konnte Danny Jansson in dieser Hinsicht einen mehr als gelungenen Saisonabschluss feiern und zum ersten Mal seit dem Bestehen dieses Blogs mehr als die Hälfte der Spielzeit an Nachwuchsspieler vergeben, was zumindest mich sehr freut.

Streambewertung

8/10. Hier gibt es nicht mehr viel Neues zu sagen. Bei der heutigen Übertragung hat mir besonders das starke Wiederholungs-Management des Regieteams gefallen, sowie die Tatsache, dass ein „03 Fragen an…“-Segment, das in der Halbzeitpause aufgrund eines technischen Problems noch ohne Ton lief, nach Spielende noch einmal vollständig gezeigt wurde. Danke dafür!

Links

Wie immer geht es hier noch zu den Spielberichten der Teams:

Tigers: https://tigers-tuebingen.de/gekaempft-und-alles-gegeben-knappe-8488-niederlage-gegen-leverkusen/

Giants: https://www.giants-leverkusen.de/index.php/teams/pro-a/news/783-giants-gehen-mit-einem-erfolgserlebnis-in-die-playoffs.html

…und zu den Stats: https://live.2basketballbundesliga.de/g/107146

Anregungen, Feedback, etc. gerne per Mail an kontakt (a t) basketball-masochisten.de, oder via Instagram (@basketball_masochisten.de).

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Beitragspause

Lieber Leser:innen des Blogs, vielen Dank für den Zuspruch, den basketball-masochisten.de in den ersten Monaten dieses Jahres erhalten hat. Ich freue mich über jede positive Rückmeldung und jeden Seitenaufruf und bin beinahe überrascht, dass meine Spielberichte so großen Anklang finden.

Leider muss ich für das Spiel gestrige Spiel gegen Nürnberg und die anstehende Partie gegen Schwenningen ankündigen, dass ich ausnahmsweise keine Berichte verfassen werde. Nicht nur den Tigers ist der momentane Spielplan etwas zu vollgepackt, sondern auch ich werde nicht die Zeit finden, für die Spiele gegen Nürnberg und Schwenningen Berichte zu verfassen. Ab dem Spiel gegen Trier am 24.03. werde ich wieder ganz normal weiterschreiben und den Saisonendspurt der Tigers hier begleiten. Auch über die Offseason möchte ich nicht ganz inaktiv werden. Mit einer großen und sehr wissenschaftlichen Studie zu abgegriffenen Tigers-Wortspielen in der Online-Berichterstattung habe ich auch schon ein Projekt in der Pipeline, falls Ihr Ideen für mehr anderen Content habt, freue ich mich über Anregungen.

Bis bald und alles Gute

Niklas